Münchens Wachstum und die längerfristige Siedlungsentwicklung

München wächst und wird weiter wachsen. Die aktuelle Planungsprognose des Demografieberichts der Landeshauptstadt München geht von einer weiter deutlich steigenden Bevölkerung aus. Ausgehend von 2015 mit 1,55 Millionen Einwohner mit Haupt- und Nebensitz wird 2022 die 1,7 Millionengrenze überschritten, 2030 die 1,8 Millionen und 2015 vrs. 1,854 Mio. Die hohen prozentualen Zuwächse der letzten Jahre von jährlich durchschnittlich 0,85% (zur Zeit ca.. 30.00 Einwohner) werden konstant bleiben ( 0,89% bis 2035).

Leider ist die Wohnpreisentwicklung in München unerfreulich, da die Mietpreise weiter steigen. Bei weiterer Verknappung würden die Wohnungspreise allerdings eher noch höher sein. Mehr Wohnungsbau bedeutet allerdings grundsätzlich mehr Flächenverbrauch.

Der Kreisverband München von Bündnis 90/Die Grünen wird als Auftakt zu einer größeren Debatte zum Thema „Wachstum in München“ auf der nächsten Stadtversammlung am 17. Juli über den Erhalt von Grünflächen diskutieren.

„München wächst – Wie soll die längerfristige Siedlungsentwicklung gesteuert werden?“ mit Christian Hierneis, Sprecher des Ortsverbandes Maxvorstadt, Schwabing, Alte Heide und Freimann und Sabine Nallinger, Stadträtin, Stadtplanerin, Vorständin in Stiftung 2°

am Dienstag, 11. Juli um 19.30 Uhr
im Augustiner Bürgerheim, Bergmannstr. 33

Die Sitzung ist öffentlich. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen mitzudiskutieren.

Christian Hierneis, auch Vorsitzender der Kreisgruppe München des BUND Naturschutz, kritisiert, dass die Landeshauptstadt keine Strategie zur Stadtentwicklung und vor allem zum Erhalt der Grünflächen hat. Er lehnt jede weitere Bebauung von Grünflächen in München ab, solange es keine langfristige und nachhaltige Strategie zum Umgang mit Wachstum, Wohnungsbau und dem Erhalt der Grünflächen in München gibt. Er befürchtet, dass bei gleichbleibender Entwicklung eines Tages ganz München zugebaut ist und die für Natur, Klimaschutz, Lebensmittelproduktion und Erholung notwendigen Grünflächen verschwunden sind. Er sagt: „Trotz 50 Jahren intensivem Wohnungsbau vor allem auf Grünflächen gibt es heute immer noch nicht genügend günstigen Wohnraum und das werden wir, wenn wir so weitermachen, auch in den nächsten 50 Jahren nicht schaffen. Stadt und Land müssen hier aktiv werden.“

Sabine Nallinger, die OB-Kandidatin 2014 für Bündnis 90/Die Grünen war, sagt, dass die Stadt noch mehr bezahlbare Wohnungen schaffen muss. Der Weg, dass wie im Wahlkampf 2014 von ihr gefordert wurde, die Zielzahlen erhöht wurden und städtischer Grund nicht mehr an private Investoren, sondern an Genossenschaften verkauft werden, ist der Richtige, wenngleich sie noch ambitonierter vorgehen würde und der Schwerpunkt noch mehr auf bezahlbare Wohnungen gelegt werden müsse. Nachverdichtung darf nicht planlos geschehen, aber in Stadtvierteln am Stadtrand müssen noch mehr neue Wohnungen mit guter Verkehrsstruktur entstehen. Hierbei sollen auch Finanzmittel in die Hand genommen werden um qualitative Grünflächen zu schaffen. Bei bestehenden Grünflächen soll es auch bestimmte Tabuflächen geben. Schließlich ist eine bessere Stadt-Umland Kooperation vonnöten.

Auch Themen wie dichteres Bauen, eine besseres Stadt-Umland-Kooperation, ob und wo Gewerbeflächen auszuweisen sind, werden bei der Veranstaltung eine Rolle spielen.

Mittwoch, 13. Dezember 2017
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